Künstliche Befruchtung: Millionengeschäft oder Hoffnungsbringer?
Künstliche Befruchtung

Künstliche Befruchtung: Millionengeschäft oder Hoffnungsbringer?

Jedes siebte Paar in Österreich ist ungewollt kinderlos und sucht Hilfe – Tendenz steigend. In Österreich gibt es heute etwa 30 Kinderwunschkliniken, fast doppelt so viele wie vor 20 Jahren. Der Kinderwunsch eröffnet einen Milliardenmarkt für sogenannte Hoffnungsbringer: Pharmaindustrie, Kliniken und Heilpraktiker. 

Das Angebot reicht von Hypnose bis Fruchtbarkeitsyoga. Dabei ist längst nicht jedes Angebot sein Geld wert. Doch je verzweifelter das Paar, desto tiefer greift es in die Tasche. Und wenn in Österreich alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, werden sie von erfolgsversprechenden Angeboten ins Ausland gelockt.

Es gibt wenige Felder, in denen sich so leicht und schnell so viel Geld verdienen lässt wie mit der Fortpflanzungsmedizin. 17 Millionen Euro gaben die gesetzlichen Krankenkassen 2016 für künstliche Befruchtungen aus. Den Ärzten bringt das Geschäft mit der Fruchtbarkeit weitaus mehr. Denn die Kassen übernehmen in der Regel nur die Hälfte der Behandlungskosten, weitere 17 Millionen Euro pro Jahr zahlen die zukünftigen Eltern selbst.

Zehn Prozent davon sind privat versichert und 40 Prozent sind Selbstzahler. Die Preise, die Private und Selbstzahler bezahlen müssen, betragen mitunter das Dreifache von dem was Ärzte für gesetzlich Versicherte abrechnen dürfen.

Etwa € 3.500 kostet eine künstliche Befruchtung in Österreich. Bis zu einer erfolgreichen Schwangerschaft sind mitunter drei oder mehr Versuche nötig. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen in Österreich übernehmen zwar etwa zwei Drittel der Behandlungskosten, zahlen aber nicht mehr als vier Versuche und auch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Das Paar muss verheiratet sein, die Frau darf nicht älter als 40 und die Männer nicht älter als 50 sein. 40 Prozent der Behandelten fallen da raus.

Sieht man sich aber die Zahlen an, so muss man feststellen, dass sich die Behandlungen lohnen. 2016 wurden in Österreich 10.097 Versuche bei 6.633 Paaren durchgeführt. Lebendgeboren wurden davon 3.006 Kinder. Das bedeutet eine Erfolgsquote von 32,7 % pro Versuch

Quelle: Der Professor und das Babyglück: http://www.taz.de/!410365/

Das Geschäft mit dem Kinderwunsch: https://tv.orf.at/orf3/stories/2685713/

IVF-Jahresbericht 2016: https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/3/5/5/CH1094/CMS1340806672582/bericht_ivf-jahresbericht_2016_0fehler.pdf

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.